Events

02.12.2017 - Extrabreit

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

Weihnachts-Blitztournee 2017

Veranstalter: Homburger Kultur gGmbH

Sie verspotteten die Polizei, zündeten die Schule an und besangen düster den Tod des Präsidenten. Sie ließen auf Partys den Flieger abheben, wollten Annemarie ficken, beschworen die Wonnen der Kleptomanie und die Abgründe des Kokains: Ende der 70er entdeckten fünf Jungs aus Hagen die Schönheit der 3-Minuten-Gitarrenhymne mit rotzig-subversiven Texten und eroberten bald darauf damit die Charts: Extrabreit, die Erfinder des deutschen Pop-Punks.

Dafür wurden sie von renitenten Teenagern heiß geliebt und von der Musikkritik als NDW-Spaßkapelle verschrien, von Franz-Josef-Strauß‘ Bayrischem Rundfunk verboten und von der Punk-Avantgarde als Abzocker angefeindet. Schon in den 80ern waren Extrabreit eine ebenso umstrittene wie legendäre deutsche Band und im Jahr 1982 mit zwei Goldenen Schallplatten auch die erfolgreichste.

Eigentlich waren sie eine punk-infizierte Garagen-Rockband aus dem Umfeld der linken Szene ihrer Heimatstadt Hagen, die Musik und Texte für sich und ihre Leute machten. 1978 in Hagen von dem Schaufensterdekorateur Stefan Klein (Gitarre, heute St. Kleinkrieg) gegründet, machten Extrabreit mit dem Cartoonzeichner Kay Schlasse (aka Kai Havaii) als Sänger und Texter zunächst mit Live-Konzerten regional auf sich aufmerksam und erhielten 1980 die Chance, ihre Songs auf dem selbstironischerweise "Ihre Grössten Erfolge" genannten Debütabum zu veröffentlichen. Es enthielt 13 Alltaghshymnen, von "Hart wie Marmelade", "Lottokönig" und "Sturzflug" bis zu "Junge, wir können so heiß sein" und interessierte zunächst nur Wenige. Erst beharrliches Touren und das zweite Album "Welch ein Land! Was für Männer!" mit der Chart-Single "Polizisten" brachte Ende 1981 den Durchbruch. Als im Frühjahr 1982 nachträglich aus dem Debütalbum die Single "Hurra, hurra, die Schule brennt" ausgekoppelt wurde, verbuchten EXTRABREIT nicht nur ihren größten Single-Hit der 80er, sondern galten fortan auch als die Bad Boys der NDW, die der BRAVO und anderen Teenie-Zeitschriften einige Skandalgeschichten wert war. Dabei hatte man neben partytauglichem Chart-Stoff auch so singuläre Rocksongs wie "Der Präsident ist tot" oder "Ruhm" zu bieten. Im Herbst 1982 beschloss das Album "Rückkehr der phantastischen 5!" die Trilogie der Frühwerke mit Nummern wie "Kleptomanie", "Superhelden", "Kokain", "Komm nach Hagen (werde Popstar)" und "Duo Infernal" (mit Marianne Rosenberg).

Damit hatten Extrabreit innerhalb von zwei Jahren drei klassische Deutschrock-Alben hinterlassen, die bis heute als stilbildend gelten müssen. Auch mit ihren Cover-Ideen, Werbekampagnen und Live-Video-Screens haben Extrabreit Maßstäbe gesetzt ("Großartig großspurig", DIE WELT), bevor auch ihnen das Verebben des NDW-Hypes zunächst zum Verhängnis wurde. Nach sinkenden Verkäufen und bandinternen Querelen experimentierte man mit eher artfremdem, englischsprachigen Alternative-Pop herum, bevor man sich 1990 wieder auf alte Stärken besann und mit dem Best-Of-Album "Zurück aus der Zukunft" und einem Remix von "Flieger, grüß mir die Sonne" wieder in die Top Twenty der Charts vorstieß. Es folgten ausverkaufte Tourneen und einige Alben, die neben Hits wie "Joachim muss härter werden" auch die historischen Duette mit Hildegard Knef (Für mich soll‘s rote Rosen regnen) und Harald Juhnke (Nichts ist für immer) enthielten.

Mit dem melancholischen Album "Amen" schien das Buch Extrabreit dann 1998 zu enden, aber die Abschiedstournee entpuppte sich glücklicherweise doch nur als Zwischenstation. Seit 2002 ist die Band wieder aktiv, spielte seitdem viel live - ob auf großen Bühnen oder in Clubs wie bei den wiederholten Weihnachts-Blitztourneen und veröffentlichte 2005 das Album "Frieden". Im selben Jahr zelebrierten die "Breiten" auch ihr 1.000 Konzert bei einem großen Open Air in ihrer Heimatstadt Hagen. Bei dieser Gelegenheit gab es auch - 25 Jahre nach der Erstveröffentlichung - Platin für 500.000 Exemplare des Debütalbums "Ihre Grössten Erfolge".

Im Mai 2008 erschien das Album "Neues von Hiob", ein Nonstop-Trip durch alle Facetten des extrabreiten Musikuniversums - von melodischen Punk-Krachern bis zu düster-atmosphärischen Zustandsbeschreibungen. Im Jubiläumsjahr 2010 gab es auch eine Begegnung der besonderen Art: Bei drei ausverkauften Konzerten im Parktheater Iserlohn bzw. der Stadthalle Hagen führte die Band alte und neue Songs zusammen mit dem Philharmonischen Orchester Hagen auf. 2010 erschien dieses Konzert auf DVD und CD. Weiterer Hörstoff aus dem Hause Extrabreit bietet die MINI-EP "Ewigkeit" mit vier neuen Tracks, erschienen 2011.

Auch 2017 spielt die Band etliche Konzerte, bei denen man sich davon überzeugen kann, dass Extrabreit auch live nach wie vor zum Besten zählen, was deutsche Rockmusik zu bieten hat.

EXTRABREIT – nie waren sie so wertvoll wie heute.

Beginn: 20 Uhr / Einlass: 18.30 Uhr
VVK 23 € zzgl. VVK-Gebühr / AK 26 €

Tickets sind erhältlich beim Kulturamt Homburg, über die Internetseite www.ticket-regional.de sowie bei allen mit diesem Online-Anbieter kooperierenden Vorverkaufsstellen.

 

Suchfunktion

Homburger Kultur gGmbH

Fragen zu einer Veranstaltung?

 
achim.mueller@homburg.de
 
0178-8220465

Der Musikpark ist die Location für Musik- und Tanz- Events, Kleinkunst, Comedy, Lesungen, Präsentationen und ähnliche Veranstaltungen.
  •  
    Entenmühlstraße, 66424 Homburg
  •  
    +49 (0) 6841 - 101 339
  •  
    info@musikparkhomburg.de